Berlin: Das Forschungskuratorium Textil (FKT) begrüßt die klare Unterstützung der Bundesregierung für die Industrielle Gemeinschaftsforschung (IGF) und das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM). Beide Programme sind tragende Säulen der anwendungsnahen Forschung im Textilsektor und unverzichtbar, um den deutschen Mittelstand im globalen Innovationswettbewerb zu stärken. Bei einem Parlamentarischen Abend der Allianz für Industrie und Forschung e. V. (AiF) in Berlin betonte Johannes Diebel, Präsidiumsmitglied der AiF und Geschäftsführer des FKT: „Die Industrielle Gemeinschaftsforschung ist das Rückgrat für viele technologische Durchbrüche in der Textilforschung. Sie ermöglicht innovationsstarke Projekte, die einzelne Unternehmen allein niemals stemmen könnten. Für die mittelständisch geprägte Textil- und Modeindustrie sind effiziente, entbürokratisierte Förderprozesse entscheidend – denn Innovationen entstehen im Mittelstand, aber sie brauchen schnelle Wege in die Praxis.“

IGF als zentrale Plattform für den textilen Wissens- und Technologietransfer
Die Parlamentarische Staatssekretärin und Mittelstandsbeauftrage der Bundesregierung Gitta Connemann hob hervor, dass der Mittelstand „die Innovations- und Kreativabteilung unseres Landes“ ist. Für die Textil- und Modeindustrie gilt dies in besonderem Maße: Sie zählt zu den forschungsintensivsten Branchen Deutschlands, von Hochleistungsfasern über textile Leichtbaulösungen bis zu Smart Textiles.
„Die Textilforschung profitiert seit Jahrzehnten von der Themen- und Technologieoffenheit der IGF“, so Diebel. „Ob nachhaltige Fasern, Energieeffizienz in der Produktion oder neue Anwendungen in Mobilität, Bau und Medizin – die Gemeinschaftsforschung schafft Grundlagen, aus denen mittelständische Unternehmen marktfähige Produkte entwickeln können.“
Beschleunigung, Entbürokratisierung und klare Prioritäten gefordert
Die vom AiF-Vorstand an Connemann überreichten Empfehlungen zur Beschleunigung der IGF-Förderung bezeichnete Diebel als ein wichtiges Signal zur richtigen Zeit. „Wir brauchen verlässliche Prozesse, transparente Prioritäten und schnellere Bewilligungen“, sagt Diebel. „Wenn Förderinstrumente zu stark bürokratisiert werden, verliert der Mittelstand an Innovationskraft – das können wir uns gerade jetzt nicht leisten.“
Auch die Bedeutung der Normung wurde hervorgehoben: Standards stärken die Exportfähigkeit textiler Hightech-Produkte und sichern die Spitzenposition der Marke „Made in Germany“.
Textilforschung als Motor für die Hightech Agenda Deutschland
In der anschließenden Podiumsdiskussion betonten Mitglieder des Bundestags, dass Schlüsseltechnologien künftig stärker fokussiert und mit einer „strategisch klugen Priorisierung“ gefördert werden sollen. Für die textilen Forschungsinstitute ist dies sowohl Chance als auch Verpflichtung.
„Wir bringen in nahezu allen Hightech-Feldern Lösungen ein – von nachhaltigen Werkstoffen bis zur CO₂ Reduktion“, so Diebel. „Daher ist es essenziell, dass textile Forschung und Transferstrukturen eng in die Hightech Agenda eingebunden werden, insbesondere bei Nachwuchsförderung und Technologietransfer.“
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